Was lerne ich bei der Heldenreise?

Es kommt eine Zeit in deinem Leben, wo du es endlich mitbekommst … wo du inmitten all deiner Ängste und deinem Irresein plötzlich aufhörst, in deinen bisherigen Bahnen weiterzufahren, und es irgendwo in deinem Kopf schreit: … „GENUG! Genug gerungen und geweint und getadelt und gekämpft.“

 

Dann, wie bei einem Kind, das sich nach einem Wutanfall beruhigt, blinzelst du zum Trocknen deiner Tränen und du beginnst, die Welt mit neuen Augen zu betrachten.

 

Das ist dein Erwachen.

 

Du erkennst, dass es an der Zeit ist aufzuhören zu hoffen und darauf zu warten, dass sich etwas ändert, oder dass Glück, Sicherheit und Geborgenheit am nächsten Horizont auf magische Weise auftauchen.

 

Du erkennst, dass in der realen Welt nicht immer alles endet wie in den Märchen, und dass jede Garantie für „glücklich bis ans Lebensende“ nur bei dir selbst beginnen kann, … und dass mit dieser Akzeptanz ein Gefühl der Gelassenheit entsteht.

 

Du erwachst zur Tatsache, dass du nicht perfekt bist und dass du nicht von allen immer geliebt oder geschätzt werden musst, und dass nicht alle billigen, wer oder was du bist … und das ist OK. Du hast ein Recht auf deine eigenen Sichtweisen, wie jeder Andere auch.

 

Du lernst, wie wichtig es ist, dich selbst zu lieben und für dich einzutreten … und dabei entsteht ein Gefühl von neuem, mutigem Zutrauen durch Selbst-Akzeptanz.

 

Du hörst auf, dich zu beschweren und andere Leute für die Dinge zu beschuldigen, die sie dir angetan haben – oder nicht für dich getan haben – und du lernst, dass das einzige, worauf du wirklich zählen kannst, das Unerwartete ist, deine ganz eigene Magie.

 

Du lernst, dass die Leute nicht immer sagen, was sie meinen oder meinen, was sie sagen, dass nicht immer jeder für dich da sein wird, und dass es nicht immer nur um dich geht.

 

So lernst du, auf deinen eigenen Füßen zu stehen und auf dich selbst aufzupassen … dabei entsteht ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

 

Du hörst auf zu urteilen und mit den Fingern zu zeigen und beginnst, die Menschen so zu respektieren, wie sie sind. Du übersiehst ihre Unzulänglichkeiten und menschlichen Schwächen … dabei entsteht ein Gefühl von Frieden und Freiheit.

 

Du lernst, dich für neue Welten und unterschiedliche Sichtweisen zu öffnen. Du beginnst, dich neu zu bewerten und zu definieren, wer du bist und wofür du wirklich stehst.

 

Du lernst den Unterschied zwischen etwas wollen und etwas brauchen, und du beginnst, die Lehrmeinungen und Werte zu verwerfen, denen du entwachsen bist oder die du gar nie hättest glauben sollen.

 

Du lernst, dass Kraft und Segen aus dem aktiven Handeln und Mitwirken erwächst, und du hörst auf, dich durchs Leben zu manövrieren, nur als „Konsument“ oder „Helfender“.

 

Du lernst, dass Prinzipien wie Ehrlichkeit und Integrität nicht überholte Ideale einer vergangenen Ära sind, sondern der Mörtel, der das Fundament zusammenhält, auf dem man ein Leben aufbaut.

 

Du lernst, dass du nicht alles weißt, dass es nicht deine Aufgabe ist, die Welt zu retten und du einem Schwein nicht das Singen beibringen kannst.

 

Du lernst, dass das einzige Kreuz, das du tragen musst, jenes ist, das du tragen willst.

 

Dann lernst du über die Liebe. Du lernst, Beziehungen so zu betrachten, wie sie wirklich sind und nicht so, wie du sie haben möchtest. Du lernst, dass allein sein nicht bedeutet einsam zu sein und gemeinsam einsam zu sein, nichts mit lebendig zu tun hat.

 

Du hörst auf zu versuchen, Menschen, Situationen und Ergebnisse zu kontrollieren. Du lernst, zwischen Schuld und Verantwortung zu unterscheiden und wie wichtig es ist, Grenzen zu setzen und NEIN zu Inhalten und JA zu Menschen zu sagen.

 

Du hörst auch auf, so hart daran zu arbeiten, deine Emotionen und Gefühle zu unterdrücken, deine Bedürfnisse zu ignorieren und dein natürliches Wissen zu missachten.

 

Du lernst, dass dein Körper wirklich dein Tempel ist. Du beginnst ihn mit Respekt und Liebe zu behandeln ... und ihn wirklich verstehen zu wollen. Du bemerkst, dass sich müde zu fühlen Zweifel, Angst und Unsicherheit schürt und du dir mehr Zeit zum Ausruhen nehmen kannst. Und so wie Nährendes Körper und Geist mit Energie versorgt, so tankt das Lachen die Seele auf. Also nimmst du dir mehr Zeit zum Lachen und Spielen.

 

Du lernst, dass man im Leben zum grössten Teil das bekommt, was man verdient, und dass vieles im Leben tatsächlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist.

 

Du lernst, dass alles, was es wert ist, erreicht zu werden, wert ist, dafür etwas zu tun und dass der Wunsch, etwas zu erreichen, etwas anderes ist, als darauf hinzuarbeiten, es zu verwirklichen.

 

Noch wichtiger ist, dass du lernst, dass du, um Erfolg zu haben, Ausrichtung, Disziplin und Ausdauer brauchst. Du lernst auch, dass niemand alles alleine schaffen muss und dass es in Ordnung ist, um Hilfe zu bitten.

 

Du lernst, dass das Einzige, was du wirklich fürchten musst, die Angst selbst ist. Du lernst, dich deinen Ängsten zuzuwenden und durch sie hindurch zu gehen, weil du weisst, dass du fähig bist mit allem umzugehen, was dir passiert.

 

Du lernst, dass dir das Leben nicht immer fair zu erscheinen braucht, Menschen bekommen nicht immer das, was du denkst, das sie verdienen ... du bemerkst, dass manchmal schlechte Dinge mit ahnungslosen, guten Menschen geschehen … und du lernst, es nicht immer persönlich zu nehmen.

 

Du lernst, dass niemand dich bestraft und nicht immer jemand die Schuld trägt. Das Leben geschieht einfach. Du lernst zuzugeben, wenn du dich irrst, und Brücken statt Mauern zu bauen.

 

Du lernst, dass negative Gefühle wie Wut, Neid und Ignoranz erkannt, akzeptiert und beendet werden können, da sie sonst das Leben in dir töten ... und du dadurch die Lebendigkeit des Universums, das dich umgibt.

 

Du lernst, dankbar zu sein und Trost zu finden in vielen der einfachen Dinge, von denen Millionen von Menschen auf der Erde nur träumen können: einen vollen Kühlschrank, sauberes fließendes Wasser, ein weiches warmes Bett, eine lange heisse Dusche.

 

Dann fängst du an, die Verantwortung für dich selbst zu übernehmen, und du versprichst dir, dich selbst zu ehren, dich niemals zu verraten und dich wirklich niemals mit weniger zufrieden zu geben, als mit dem, was dein Herz sich ersehnt.

 

Es ist dir wichtig, weiterhin zu lächeln, zu vertrauen und offen zu bleiben für jede wunderbare Möglichkeit.

 

Du hängst ein Windspiel vor dein Fenster, damit du den Wind hören kannst.

Schließlich, mit Mut im Herzen beziehst du Stellung, atmest tief ein und beginnst, das Leben, das du leben möchtest, so gut zu gestalten wie es dir möglich ist.